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Laböck widmet WM-Sieg gestorbenem Bruder

26.01.13 13:13
Laböck widmet WM-Sieg gestorbenem Bruder
Isabella Laböck würde sich über mehr Aufmerksamkeit freuen. Foto: Christophe Karaba, DPA

Im Moment ihres größten Triumphes dachte die neue Snowboard-Weltmeisterin Isabella Laböck auch an ihren toten Bruder.

"Den Sieg widme ich meinem vor zehn Jahren verstorben Bruder. Ich habe es mir damals geschworen, den Titel für ihn zu holen. Das bedeutet mir sehr, sehr viel", sagte die 26-Jährige nach dem Titel im Parallel-Riesenslalom.

Rang drei durch Amelie Kober macht den sportlichen Erfolg bei den Titelkämpfen im kanadischen Stoneham perfekt. "Es ist natürlich Wahnsinn, zwei auf dem Podium zu haben bei einer WM", betonte Kober. Die Olympia-Zweite verspürte nach überstandener Erkrankung aus dem Dezember eine "unglaubliche Freude."

Erstmals seit Patrick Bussler 2009 gab es für die deutschen Snowboarder wieder eine Medaille bei einem Großereignis, der bislang letzte Titel lag bis zu Laböcks Coup schon 14 Jahre zurück. "Das tut dem ganzen Team gut", betonte Sportdirektor Stefan Knirsch. "Das ist eine gigantische Leistung." Zuletzt war der Verband vor allem von schweren Verletzungen seiner Snowboardcrosser in den Planungen zurückgeworfen worden. "Der Tag heute entschädigt für viel", gestand ein überglücklicher Knirsch am Telefon.

Nach dem größten WM-Erfolg in einer olympischen Disziplin erhoffen sich Weltmeisterin Laböck und Kober mehr Aufmerksamkeit für ihre Sportart. "Ich denke, dass es für den deutschen Snowboardsport extrem wichtig ist, dass man einfach sieht, hey, die Snowboarder sind auch da", sagte Laböck. "Ein Doppelpodium ist natürlich gigantisch und ich denke, dass wir Snowboarder einfach gezeigt haben, was wir drauf haben und dass man uns nicht einfach unter den Teppich kehren kann."

Laböck sicherte sich den Titel im zweiten Finaldurchgang mit 0,68 Sekunden Vorsprung vor Dujmovits, Kober behielt um 0,26 Sekunden die Oberhand gegen die Norwegerin Hilde-Katrine Engeli. "So etwas gab es noch nie", sagte Knirsch über die Erfolge, die auf dem Weg zu den Winterspielen in Sotschi Rückenwind geben sollen. Denn dort will der Snowboard Verband Deutschland (SVD) gerne dreimal Edelmetall holen. 1997 hatten Bernd Kroschewski und Dieter Moherndl mit Gold und Silber im Slalom schon einmal ein Doppel-Podest gefeiert. Damals war Snowboard aber noch nicht olympisch. Erst seit 1998, als Nicola Thost in der Halfpipe Gold holte, werden Winterspiel-Medaillen vergeben.

Laböck ist die zweite deutsche Snowboard-Weltmeisterin nach Heidi Renoth, die vor 16 Jahren im Slalom gewonnen hatte. Geburtstagskind Selina Jörg kam auf Platz 15, Anke Karstens erreichte Rang 32. Beide wollen im Parallel-Slalom weiter nach vorne. "Jetzt ist der Fokus schon auf Sonntag gerichtet", räumte auch Kober vor dem Abschluss der WM-Wettbewerbe ein. Zunächst aber möchte Konstantin Schad im Snowboardcross-Wettbewerb am (heutigen) Samstagabend im Spitzenkampf mitmischen.

Bei den Herren verteidigte im Parallel-Riesenslalom der Österreicher Benjamin Karl seinen WM-Titel erfolgreich. Der 27-Jährige übertrumpfte im Finale den Italiener Roland Fischnaller, Dritter wurde der Russe Vic Wild. Die deutschen Teilnehmer verpassten das Achtelfinale, Alexander Bergmann wurde als bester SVD-Starter 21.

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