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Serie von Wolf gerissen: Nur Vierte in Berlin

10.03.12
Serie von  Wolf gerissen: Nur Vierte in Berlin
Jenny Wolf kam in ihrer Heimatstadt über 500 Meter nur auf Platz vier. Foto: Sebastian Kahnert, DPA

Jenny Wolf schaute bedrückt drein. Nach sechs Jahren großer Überlegenheit ist ihre lange Serie von sechs Siegen im Gesamt-Weltcup der Eisschnellläufer über 500 Meter gerissen. Ausgerechnet auf heimischem Eis wurde die Weltmeisterin geschlagen.

Nur Platz vier in 38,22 Sekunden und damit Rang drei im Gesamtklassement haben Spuren hinterlassen. "Es ist schon schade zu wissen, dass ich da vorn nicht mithalten kann. Traurig, dass ich einfach nicht da anknüpfen kann, wo ich vor zwei Jahren noch mitgehalten habe", meinte sie und es klang schon ein wenig mutlos mit Blick auf die anstehenden Weltmeisterschaften in Heerenveen. "In zwei Wochen kann man eine halbe Sekunden nicht aufholen", gab die Titelverteidigerin ihre Zweifel preis. Nach dem Rennen hatte sie sogar Mühe, die Tränen zu unterdrücken.

Der Streckensieg ging wie am Vortag an Sprint-Weltmeisterin Yu Jing. Die Chinesin verfehlte vor fast 2000 Zuschauern in 37,63 Sekunden Jenny Wolfs Bahnrekord nur um 0,11 Sekunden und setzte sich vor Lee Sang-Hwa (Südkorea/37,66) und Christine Nesbitt (Kanada/38,17) durch. Im Gesamtklassement holte sich Yu mit 960 Punkten erstmals die 15 000-Dollar-Prämie. Jenny Wolf (869) musste auch noch Lee (890) vorbeiziehen lassen und darf sich allein mit 7000 Dollar Preisgeld trösten.

Auf eine Entscheidung zu einem nach der verkorksten Saison nun durchaus möglichen Karriere-Ende wollte sich Jenny Wolf aber nicht festlegen. "Wir müssen im Sommer genau überlegen, wie es weitergehen soll. Wenn es kein zufriedenstellendes Ergebnis gibt, muss man Konsequenzen ziehen", sagte sie mehrdeutig. Dennoch werde sie jetzt vor der WM "den Kopf nicht in den Sand stecken, denn eine Medaille ist durchaus noch möglich".

Wie im Vorjahr hat die Kanadierin Christine Nesbitt den Gesamt-Weltcup der Eisschnellläufer über 1500 Meter gewonnen. Beim Finale nutzte die 1000-Meter-Olympiasiegerin das Fehlen der erkrankten Niederländerin Ireen Wüst zum 32. Streckensieg ihrer Karriere und setzte sich in 1:56,79 Minuten vor Marrit Leenstra (Niederlande/1:56,94) und der Tschechin Martina Sablikova (1:57,36) durch. Im Gesamtklassement siegte Nesbitt mit 510 Punkten vor Wüst (450) und Leenstra (401). Deutsche Läuferinnen waren für die Entscheidung auf der Mittelstrecke nicht qualifiziert.

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