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Super Bowl: Emotionaler Showdown in New Orleans

01.02.13 13:57
Super Bowl: Emotionaler Showdown in New Orleans
Beyonce wird mit ihrer Stimme beim Showakt die Fans beider Teamlager verzaubern. Foto: John G. Mabanglo, DPA

In New Orleans krachen im Super Bowl am Sonntagabend die San Francisco 49ers und die Baltimore Ravens aufeinander. Genau an dem Ort, wo die Menschen 2005 bei einer der schlimmsten Tragödien der jüngsten US-Geschichte noch um ihr Überleben kämpften.

Ganz große Emotionen werden beim Showdown um die wichtigste Sporttrophäe der USA daher beim Messen der besten Teams der National Football League NFL und der beiden Trainer-Brüder John und Jim Harbaugh bei vielen für Gänsehaut sorgen.

In der Stadt am Ufer des Mississippi suchten im damaligen Spätsommer Zehntausende verzweifelt Zuflucht vor den Wassermassen, mit denen der Hurrikan "Katrina" 80 Prozent der Stadt überflutet hatten. Die Sportarena mit dem Kuppeldach, der Superdome, wurde für viele zur Insel der Hoffnung, geriet aber selbst in Mitleidenschaft durch die Naturgewalten. Die Reparatur kostete mehr als 200 Millionen Dollar. "Es ist schön, den Superdome wieder in einer solch großartigen Form zu sehen", betont Baltimores Coach John Harbaugh.

Er hatte im November 2011 das erste Duell gegen seinen 15 Monate jüngeren Bruder Jim und dessen 49ers mit 16:6 gewonnen. Diesmal gilt San Francisco als Favorit. Und von Martina Navratilova über den künftigen US-Außenminister John Kerry bis zu Donald Trump oder Arnold Schwarzenegger sehen etliche Promis aus Sport, Show und Politik das Team in Rot und Gold vorn. Den Ravens drückt indes Michael Phelps die Daumen. Der 22-malige Olympiasieger aus Baltimore twitterte unmittelbar nach seiner Landung in New Orleans: "lets go ravens".

Für einen anderen Heroen aus Baltimore, Ravens-Routinier Ray Lewis, endet im Finale seine 17-jährige NFL-Karriere, der zweite Meisterschaftstitel soll die Krönung bilden. Er wolle den Mitspielern noch einmal alles geben, was er habe, kündigte der Middle Linebacker an. "Und danach werde ich in den Sonnenuntergang fahren und ein schönes Leben haben." Lewis ist das Gesicht des Vereins, dank seiner ebenso emotionalen wie engagierten Spielweise der große Fanliebling.

Doch in Lewis' Laufbahn finden sich auch dunkle Schatten. Im Anschluss an eine Super-Bowl-Party war er am 31. Januar 2000 vor einem Nachtclub in Atlanta mit zwei Freunden in eine Messerstecherei verwickelt - zwei Menschen starben. In seinem Auto wurden Blutspuren eines Opfers sichergestellt und Lewis daraufhin des zweifachen Mordes angeklagt. Er kam mit einer Bewährungsstrafe davon.

Auch die jetzt aufgetauchten Dopingvorwürfe trüben das Bild. Lewis soll seinen zu Saisonbeginn angerissenen Trizeps-Muskel mit einem verbotenen Hirschgeweih-Extrakt behandelt haben, bestritt dies jedoch vehement. "Niemals."

Auf Seiten der 49ers richten sich die Blicke auf Colin Kaepernick. Der Quarterback steht in seiner zweiten NFL-Saison, begann die Spielzeit als Ersatz. Nun soll der 25-Jährige im 19. NFL-Spiel seiner Karriere die makellose Super-Bowl-Bilanz der Kalifornier ausbauen. San Francisco hat alle seine fünf bisherigen Finals gewonnen. Millionen Amerikaner schwärmen noch heute von Quarterback Joe Montanas vier Titeln sowie Steve Young, der beim Sieg 1995 überragte. "Es wäre eine große Ehre, im selben Atemzug mit ihnen genannt zu werden", sagt Kaepernick.

Bevor der Shootingstar für ein weiteres glorreiches Kapitel der NFL-Historie sorgen will, werden die Zuschauer im Stadion und vor den TV-Bildschirmen weltweit an ein anderes Ereignis erinnert, an ein schreckliches. Popstar Jennifer Hudson wird US-Medienberichten zufolge vor Spielbeginn mit Schülern der Sandy Hook Grundschule aus Newtown, wo ein Amokläufer im Dezember 20 Kinder und sechs Erwachsene getötet hatte, auftreten. Ihr Lied: "America the Beautiful".

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