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Havelange - vom Schwimmer zum mächtigen FIFA-Chef

12.07.12
Havelange - vom Schwimmer zum mächtigen FIFA-Chef
Joao Havelange wuchs als FIFA-Präsident zu einem der Mächtigen im Weltsport. Foto: Arno Burgi, DPA

João Havelange war von 1974 bis 1998 als Präsident des Fußball-Weltverbandes FIFA einer der mächtigsten Männer des Weltsports.

Die lange Amtszeit des am 8. Mai 1916 in Rio de Janeiro geborenen Havelange wird gemeinhin als mit bedeutendster Abschnitt in der FIFA-Historie bezeichnet, weil die Dachorganisation der Fußballwelt unter Havelanges Ägide wuchs und wuchs und immer mehr Mitglieder aufgenommen wurden.

Als Sportler nahm Havelange zweimal an Olympischen Spielen teil: 1936 in Berlin als Schwimmer, 1952 in Helsinki als Wasserballer. Doch der Fußball und die Sportpolitik waren sein wirkliches Leben, spätestens, als er am 11. Juni 1974 als Nachfolger des Engländers Sir Stanley Rous FIFA-Chef wurde. Der umtriebige Havelange entwickelte den Verband zu einer Top-Organisation und widmete sich vor allem auch den kommerziellen Möglichkeiten des Fußballs. An der FIFA-Spitze verstand Havelange es prächtig, Interessengemeinschaften zu bilden, etwa mit Firmen wie Adidas oder Coca-Cola.

Kritiker nannten ihn einen Despoten - was er locker konterte. Im FIFA-Hauptquartier in Zürich habe er bei seinem Amtsantritt ein altes Haus und ein bisschen Geld in der Schublade vorgefunden. Und: "Als ich 24 Jahre später meinen Posten räumte, besaß die FIFA Verträge und Besitztümer im Wert von über vier Milliarden US-Dollar." Dennoch warfen ihm viele eine "diktatorische" Präsidentschaft vor. Im Dezember 2011 trat Havelange - offiziell aus gesundheitlichen Gründen - als IOC-Mitglied zurück und verhinderte durch diesen Schritt einen Ausschluss aus der Ringe-Organisation wegen Verwicklung in die ISL-Schmiergeldaffäre.

Sein einstiger Schwiegersohn Ricardo Teixeira war von 1989 bis 2012 Präsident des brasilianischen Fußballverbands (CBF) und von 1994 bis 2012 Mitglied des FIFA-Exekutive. Unter seiner Führung erhielt der CBF im Oktober 2007 vom FIFA-Exekutivkomitee den Zuschlag für die Ausrichtung der WM 2014. Doch mehrfach wurde er mit Vorwürfen der Korruption, Steuerhinterziehung und Geldwäsche konfrontiert. Wegen erwiesener Schmiergeldannahmen musste er den Führungszirkel der FIFA schließlich verlassen - aus "persönlichen Gründen".

Gemeinsam sollen Teixeira und Havelange im Zuge des Korruptionsskandals um die 2001 in Insolvenz gegangene Sportvermarktungsagentur ISL Zahlungen in Millionenhöhe erhalten haben. Beide wiesen die Anschuldigungen stets zurück.

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