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Phelps geht in London Duell mit Biedermann aus dem Weg

02.07.12 18:54
Phelps geht in London Duell mit Biedermann aus dem Weg
Michael Phelps macht in London Jagd auf sieben Goldmedaillen. Foto: Hannibal, DPA

Rekord-Olympiasieger Michael Phelps geht in London einem erneuten Duell mit Weltrekordler Paul Biedermann über 200 Meter Freistil aus dem Weg. Sein Schützling werde bei Olympia nur sieben statt acht Schwimmstrecken in Angriff nehmen, twitterte Coach Bob Bowman überraschend.

"Dies ermöglicht ihm, mehr Energie auf die Staffeln mit Team USA zu konzentrieren", schrieb Bowman. Stunden zuvor hatte Phelps schon Good bye gesagt - und wie. Mit einer Weltjahres-Bestzeit über die 100 Meter Schmetterling verabschiedete sich der Schwimm-Superstar am Sonntag (Ortszeit) bei den US Olympic-Trials in Omaha/Nebraska von seinem Heimpublikum. "Das war mein letztes Rennen auf amerikanischem Boden", sagte Phelps auf der Pressekonferenz und wirkte dabei ungewohnt emotional.

Im grauen T-Shirt hockte der 27-Jährige vor seinem Mikro, den Oberkörper leicht nach vorne gebeugt, die Hände zwischen den Oberschenkeln gefaltet. Phelps schaute oft zu seinem Coach, der links neben ihm Platz genommen hatte, als er über seinen langen Weg von den ersten Olympic-Trials 2000 - "damals war ich gerade 15" - bis hin zu seinen vierten Sommerspielen in London redete.

Tränen kamen ihm nicht, aber manchmal musste er vor seinen Antworten tief Luft holen. Ihm würden viele Erinnerungen durch den Kopf gehen, betonte der Rekord-Olympionike. Doch das hätte er gar nicht erwähnen müssen, denn Mimik und Gestik sagten alles.

Eine knappe Stunde zuvor hatte Phelps in 51,14 Sekunden über die 100 Meter Schmetterling seinen vierten Trials-Titel geholt. Als er anschließend aus dem Pool stieg, zückten viele der 12 406 Besucher im CenturyLink Center ihre Handys, um das Phelps-Farewell festzuhalten. Nach den Sommerspielen ist bekanntlich Schluss für den erfolgreichsten Schwimmer der Welt. Doch vorher will er in London seine Goldmedaillen-Sammlung aufstocken. Sieben Mal greift er an. In Peking hatte er sich bei acht Start noch acht Olympiasieger gesichert.

"Diese Woche hat mir gezeigt, dass ich wieder Wettkämpfe mit einem Marathon-Programm auf hohem Niveau schwimmen kann", sagte Phelps. In Omaha hat er sich jeweils über beide Schmetterlings- und Lagenstrecken sowie die 200 Meter Freistil das Olympia-Ticket gesichert. Zudem kann er in allen drei Staffeln starten. Gegen Dauerrivale Ryan Lochte hat Phelps drei der vier Final-Duelle gewonnen, dabei vier Weltjahres-Bestzeiten aufgestellt. Dennoch sah Bowman "Raum für Verbesserungen", betonte, dass sein Schützling "nicht scharf" gewesen sei und es ihm an Speed gefehlt habe. Phelps' Zeiten ordnete der Coach lapidar als "ganz vernünftig" ein.

Auch Lochte spielte seine Leistungen lässig herunter. "Diese Meisterschaften waren Training für mich", meinte der 27-Jährige. "Ich habe kaum eine Pause gehabt. In London hingegen werde ich ausgeruht antreten und dann hoffentlich viel schneller sein." Wie oft Lochte ins Olympia-Becken springt, ist ebenfalls noch offen.

Missy Franklin indes kann sich bereits auf ein Marathon-Programm einstellen. Der 17-Jährige hoffnungsvolle Highschool-Teenie startet als erste Amerikanerin über vier Einzelstrecken (jeweils 100 und 200 Meter Freistil und Rücken) sowie in den Staffeln. "Sieben Events waren mein größter Traum. All die harte Arbeit hat sich ausgezahlt", jubelte Franklin. Bei der WM im Vorjahr gewann sie bereits drei Titel. In Omaha brachte sich Franklin mit Weltjahres-Bestzeit (2:06,12 Minuten) über die 200 Meter Rücken eindrucksvoll für London ins Gespräch.

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