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Saudi-Arabische Judoka darf mit Kopftuch antreten

31.07.12
Saudi-Arabische Judoka darf mit Kopftuch antreten
IJF-Präsident Marius Vizer sieht das Tragen eines Kopftuchs beim Judo als irregulär an. Foto: Vladimir Rodionov , DPA

Die historische Olympia-Premiere der saudi-arabischen Judoka Wodjan Ali Seraj Abdulrahim Shaherkani ist gesichert. "Ich kann bestätigen, dass sie starten wird", sagte ICO-Sprecher Mark Adams in London.

Sie werde eine Spezialkopfbedeckung tragen, wie sie unter den Regelungen des asiatischen Judoverbandes erlaubt ist. Schon zuvor hatten das Nationale Olympische Komitee Saudi-Arabiens und der Internationale Judoverband (IJF) den Start der 16-Jährigen Schwergewichtlerin bekanntgegeben.

In Abstimmung mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) haben sich alle Parteien am Nachmittag auf ein speziell konzipiertes Kopftuch geeinigt. Saudia-Arabien hat erstmals in der Geschichte überhaupt Frauen in seiner Olympiamannschaft zugelassen, was von Menschenrechtsorganisationen seit langer Zeit gefordert worden war.

Shaherkanis Vater hatte der Zeitung "al watan" zuvor gesagt, er werde seine Tochter ohne traditionellen Hidschab nicht starten lassen. Die IJF hatte eine Teilnahme ohne Kopftuch zur Bedingung für ihren Start gemacht. Das Kopftuch entspreche nicht den Regeln, sagte IJF-Präsident Marius Vizer. Außerdem gehe davon eine Verletzungsgefahr aus.

Shaherkani ist eine von zwei Athletinnen, die das Nationale Olympische Komitee Saudi-Arabiens für die London-Spiele nominiert hat. Neben ihr geht die in den USA lebende 800 Meter-Läuferin Sarah Attar an den Start. Bei der Eröffnungsfeier hatten beide Sportlerinnen Kopftücher getragen.

Das Tragen des Schleiers ist in Saudi-Arabien für Frauen Pflicht. Die Athletinnen haben bei ihrer ersten Olympia-Teilnahme in der Geschichte ohnehin einen schweren Stand. Ihr Start hatte in Saudi-Arabien erhebliche Proteste in religiös-konservativen Kreisen ausgelöst.

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