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Altmeister 'Don Jupp' heilt die Super-Bayern

03.06.13
Jupp Heynckes, FC Bayern
Das i-Tüpfelchen auf eine unvergessliche Saison: Jupp Heynckes mit dem DFB-Pokal.
Foto: dpa bildfunk
Früher war nie alles besser, schon gar nicht beim FC Bayern. Jetzt aber ist alles wieder gut, bestens, besser als je zuvor sogar. Die Mannschaft von Jupp Heynckes gewinnt den DFB-Pokal - und damit alles, was es zu gewinnen gibt. Für seinen Nachfolger bleibt nur noch der Eurovison Song Contest. Armer Josep Guardiola.

So viel Ehre war selten. Aber wem, wenn nicht Jupp Heynckes, sollte sie gebühren? Als der Trainer des FC Bayern München sich anschickte, mit dem Pokal vor die Kurve zu den Fans zu ziehen, haben sie im Berliner Olympiastadion tatsächlich die Musik ausgestellt. In Zeiten der Dauerbeschallung in deutschen Fußballstadien ist das eine Geste, die an Größe nicht zu unterschätzen ist. So durfte er in Ruhe eine Träne aus dem Augenwinkel wischen, feiern und sich feiern lassen. Sie taten das ausführlich und laut. Sechs Liter Weißbier im Haar, aber die Frisur sitzt. "Jupp Heynckes, oho!" Und natürlich: "Super-Bayern, Super-Bayern, hej, hej." Wie das halt so ist, wenn man was gewonnen hat. Und doch war es an diesem späten Samstagabend etwas ganz Besonderes.

Dabei ist die Geschichte dieses Pokalendspiels schnell erzählt, auch wenn fünf Tore fielen, es in den letzten zehn Minuten noch einmal richtig spannend war und sich der VfB Stuttgart hartnäckiger wehrte, als die meisten es ihm zugetraut hatten. Aber gewonnen haben's halt die Bayern, mit 3:2. Thomas Müller hatte die Münchner nach 37 Minuten per Foulelfmeter in Führung gebracht, Mario Gomez im Doppelpack (48./63) gegen seinen ehemaligen Verein auf 3:0 erhöht. Denn Stuttgartern und allen voran ihrem zweifachen Torschützen Martin Harnik (71./80.) war es hoch anzurechnen, dass sie in diesem stimmungsvollen Finale vor 75.420 Zuschauern noch für ein wenig Aufregung sorgen. Und sonst? Siegerehrung. Hoch den Pokal. Applaus. Früher war weniger Lametta.

Was bleibt, ist der dreifache Triumph des FC Bayern München, in der Meisterschaft, der Champions League - und eben im DFB-Pokal. Nie war für die Bayern ein Sieg so wertvoll wie an diesem verregneten Abend im Berlin. Mehr geht nicht, das war es, was sie wollten. Fast überflüssig zu erwähnen, dass das noch nie eine Mannschaft in Deutschland geschafft hat. Um mit Dortmunds Torhüter Roman Weidenfeller zu sprechen: Sie haben eine "grandios Saison" gespielt. Und die Demütigung aus der vergangenen Saison getilgt, als sie in den besagten drei Wettbewerben nach Art der Leverkusener stets das bittere Vize-Triple holten. Nun aber: Henkelpott, Schale und Pokal - und den größten Anteil daran hat Trainer Jupp Heynckes.

Heynckes, der Erfolgsgarant

Der große Moderator hat seine Mannschaft von der schweren Last der Vergangenheit befreit. Er hat die Bayern geheilt, indem er sie dazu antrieb, einfach alles zu gewinnen, was es zu gewinnen gab. Traumabewältigung auf die brachiale Art. In Berlin feierte er seinen letzten großen Sieg als Trainer. Zumindest in Deutschland.

Hartnäckig halten sich die Gerüchte, das ruhmreiche Real Madrid sei ernsthaft daran interessiert, sich die Dienste des 68 Jahre alten Fußballlehrers zu sichern. Ansonsten gibt es für Jupp Heynckes auf dem Höhepunkt seiner Karriere eigentlich nur noch eins: Nach der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien übernimmt er die deutsche Nationalmannschaft.

Abgesehen davon aber gilt: Es dürfte ihm eine helle Freude sein, seinem Nachfolger drei Titel zu hinterlassen. Er hat das auch gesagt, auch wenn es an seine Spieler adressiert war: "Toppen geht schwer." Das Einzige, was Josep Guardiola noch bleibt: Er muss mit dem FC Bayern den Eurovison Song Contest gewinnen.

Quelle: n-tv.de, Stefan Giannakoulis

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