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Dass sich der FC Augsburg auch in seiner zweiten Bundesliga-Saison zum Ende der Hinrunde auf dem vorletzten Platz befindet, braucht niemanden zu verwundern – denn in der Stadt der Puppenkiste ist dies offenbar Ehrensache. Schon in der vergangenen Spielzeit stand der FCA auf einem Abstiegsplatz, legte in der Rückrunde aber noch einmal kräftig zu und sicherte sich am 33. Spieltag den Klassenerhalt. Einziges Problem: Vor einem Jahr hatten die Rot-Grün-Weißen 15 Punkte auf ihrem Konto, heute sind es gerade einmal neun.
Zwar hat sich Augsburg in seinem zweiten Jahr im Oberhaus in fast keinem Spiel wirklich unterirdisch verkauft. Der erste und einzige (!) Dreier wurde jedoch erst am 7. Spieltag (3:1 gegen Werder) eingefahren – reichlich spät und vor allem viel zu wenig, um sich so etwas wie ein Polster zuzulegen. Dabei hatten sich die Augsburger besonders im Offensiv-Bereich verheißungsvoll verstärkt. Aber sowohl Knowledge Musona als auch Aristide Bance und Giovanni Sio blieben den Beweis ihrer Durchschlagskraft bislang in kläglicher Weise schuldig. 12 Treffer in 17 Spielen stehen für den FCA insgesamt zu Buche. Damit würde man sich an jedem Kirmes-Schießstand lächerlich machen.
Was lief in der Hinrunde gut?
Nicht viel. Was jedoch auffiel, war, dass sich die Mannschaft stets als Einheit präsentierte. Auch wenn Augsburg gerne mal als Kloppertruppe hingestellt wird: Die Moral beim FCA scheint intakt zu sein. Zumal die Abwehr mit 29 Gegentoren auch nicht wesentlich schlechter dasteht als Schalke (25). So ließ Augsburg pro Spiel nur 4,24 Schüsse aufs Tor zu. Weniger beispielsweise als Hannover 96 (5,41), der Hamburger SV (ebenfalls 5,41) oder der VfB Stuttgart (6,53).
Was lief in der Hinrunde schlecht?
Tabuthema Torerfolg. So sehr sie sich auch bemühten: Im Offensivspiel herrschte beim FCA die große Flaute. Und ein Sascha Mölders alleine (mit vier Treffern bislang bester Torjäger) kann den Kohl eben auch nicht fett machen. Auch Ja-Cheol Koo, der in der Rückrunde 2012 als Neuzugang vom VfL Wolfsburg mit fünf Toren noch entscheidenden Anteil am Nichtabstieg hatte, litt in der Hinrunde offensichtlich unter Ladehemmungen. Zwar hat der FCA in der Hinrunde durchschnittlich 12,4 Schüsse abgefeuert, aber nur vier gingen dabei aufs Tor. Schlechter in der Chancenqualität ist da nur Mainz 05 (11,4/3,6).
Wird Ji das Zünglein an der Waage?
Mit der Verpflichtung von Dong-Won Ji macht sich Hoffnung breit, denn mit dem Südkoreaner versprüht endlich mal wieder jemand in Augsburg Torgefahr. Seit seiner Ankunft aus Sunderland traf der 21-Jährige in beiden Testspielen gegen Hansa Rostock (4:1) und den FSV Frankfurt (1:1). Erste Anzeichen von Euphorie sind rund um die SGL Arena zu spüren. Sollte Ji zum langersehnten Erfolgsgaranten und damit zum Zünglein an der Abstiegswaage avancieren? Selten wären 50.000 Euro Leihgebühr so sinnvoll investiert gewesen.
Prognose
Ji hin, Ji her. Für den FCA wird es verdammt schwer, die Klasse zu halten. 10 Punkte auf einen Nichtabstiegsplatz (in der Vorsaison waren es zur Winterpause lediglich drei!) aufzuholen ist eine Herkulesaufgabe, die – gerade, wenn man mit dem Rücken zur Wand steht – schier unmöglich scheint. Doch der Fußball hat ja nun mal bekannterweise die Tendenz, andere Geschichten zu schreiben als das 'normale' Leben. Und warum sollte ausgerechnet Bernd-Schuster-City nicht das Zeug zur Legende haben?
Schließlich wurde die Herausforderung, die entscheidenden Schritte am Schluss zu machen, schon einmal mit Bravour gemeistert. Dafür muss die Mannschaft jedoch in allen 17 ausstehenden Partien auf den Punkt da sein, sprich zu hundert Prozent fokussiert sein. Dass der Club in Hektik verfällt, ist unter Weinzierl nur schwer vorstellbar – und sollte der Verein weiterhin seine schützende Hand über den Trainer halten, kann das Projekt Klassenerhalt gelingen.
Check der 18 Clubs vor der Rückrunde
FC Augsburg: Alles Ji, oder was?
16.01.13
Hatten in der Hinrunde selten Grund zum Jubeln: Tobias Werner und Sascha Mölders.
Foto: dpa bildfunk
Foto: dpa bildfunk
Zwar hat sich Augsburg in seinem zweiten Jahr im Oberhaus in fast keinem Spiel wirklich unterirdisch verkauft. Der erste und einzige (!) Dreier wurde jedoch erst am 7. Spieltag (3:1 gegen Werder) eingefahren – reichlich spät und vor allem viel zu wenig, um sich so etwas wie ein Polster zuzulegen. Dabei hatten sich die Augsburger besonders im Offensiv-Bereich verheißungsvoll verstärkt. Aber sowohl Knowledge Musona als auch Aristide Bance und Giovanni Sio blieben den Beweis ihrer Durchschlagskraft bislang in kläglicher Weise schuldig. 12 Treffer in 17 Spielen stehen für den FCA insgesamt zu Buche. Damit würde man sich an jedem Kirmes-Schießstand lächerlich machen.
Was lief in der Hinrunde gut?
Nicht viel. Was jedoch auffiel, war, dass sich die Mannschaft stets als Einheit präsentierte. Auch wenn Augsburg gerne mal als Kloppertruppe hingestellt wird: Die Moral beim FCA scheint intakt zu sein. Zumal die Abwehr mit 29 Gegentoren auch nicht wesentlich schlechter dasteht als Schalke (25). So ließ Augsburg pro Spiel nur 4,24 Schüsse aufs Tor zu. Weniger beispielsweise als Hannover 96 (5,41), der Hamburger SV (ebenfalls 5,41) oder der VfB Stuttgart (6,53).
Was lief in der Hinrunde schlecht?
Tabuthema Torerfolg. So sehr sie sich auch bemühten: Im Offensivspiel herrschte beim FCA die große Flaute. Und ein Sascha Mölders alleine (mit vier Treffern bislang bester Torjäger) kann den Kohl eben auch nicht fett machen. Auch Ja-Cheol Koo, der in der Rückrunde 2012 als Neuzugang vom VfL Wolfsburg mit fünf Toren noch entscheidenden Anteil am Nichtabstieg hatte, litt in der Hinrunde offensichtlich unter Ladehemmungen. Zwar hat der FCA in der Hinrunde durchschnittlich 12,4 Schüsse abgefeuert, aber nur vier gingen dabei aufs Tor. Schlechter in der Chancenqualität ist da nur Mainz 05 (11,4/3,6).

Die Augsburger verstärkten sich in der Winterpause mit Dong-Won Ji und Michael Parkhurst.
Foto: Imago Sportfotodienst
Foto: Imago Sportfotodienst
Gewinner der Hinrunde
Verlässlicher Fels in der Brandung ist Trainer Markus Weinzierl. Trotz ausbleibenden Erfolges strahlt der 38-Jährige in seinem Bundesliga-Premierenjahr stets Seriosität, Ruhe und Zuversicht aus, was sich in einer vermutlich turbulenten Saison-Endphase äußerst positiv auswirken kann. Darüber hinaus steht Weinzierl seit Weihnachten mit Neu-Manager Stefan Reuter ein "absoluter Fachmann" (FCA-Präsident Walther Seinsch) zur Seite.Wird Ji das Zünglein an der Waage?
Mit der Verpflichtung von Dong-Won Ji macht sich Hoffnung breit, denn mit dem Südkoreaner versprüht endlich mal wieder jemand in Augsburg Torgefahr. Seit seiner Ankunft aus Sunderland traf der 21-Jährige in beiden Testspielen gegen Hansa Rostock (4:1) und den FSV Frankfurt (1:1). Erste Anzeichen von Euphorie sind rund um die SGL Arena zu spüren. Sollte Ji zum langersehnten Erfolgsgaranten und damit zum Zünglein an der Abstiegswaage avancieren? Selten wären 50.000 Euro Leihgebühr so sinnvoll investiert gewesen.
Prognose
Ji hin, Ji her. Für den FCA wird es verdammt schwer, die Klasse zu halten. 10 Punkte auf einen Nichtabstiegsplatz (in der Vorsaison waren es zur Winterpause lediglich drei!) aufzuholen ist eine Herkulesaufgabe, die – gerade, wenn man mit dem Rücken zur Wand steht – schier unmöglich scheint. Doch der Fußball hat ja nun mal bekannterweise die Tendenz, andere Geschichten zu schreiben als das 'normale' Leben. Und warum sollte ausgerechnet Bernd-Schuster-City nicht das Zeug zur Legende haben?
Schließlich wurde die Herausforderung, die entscheidenden Schritte am Schluss zu machen, schon einmal mit Bravour gemeistert. Dafür muss die Mannschaft jedoch in allen 17 ausstehenden Partien auf den Punkt da sein, sprich zu hundert Prozent fokussiert sein. Dass der Club in Hektik verfällt, ist unter Weinzierl nur schwer vorstellbar – und sollte der Verein weiterhin seine schützende Hand über den Trainer halten, kann das Projekt Klassenerhalt gelingen.






























