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Ohne König in die 'Königsklasse'

16.01.13 08:40
Stefan Kießling
Stefan Kießling hat einen großen Anteil an Bayers Höhenflug
Foto: deutsche presse agentur
Wohl nur die kühnsten Optimisten in Leverkusen hätten ihrem Verein eine Hinrunde zugetraut, in der er zum einen den FC Bayern in München schlägt, zum anderen auf dem 2. Tabellenplatz vor Borussia Dortmund liegt. Und doch: Der offensiv überragende Neueinkauf Dani Carvajal, ein nationalelf-würdiger Stefan Kießling und ein durchaus seltsames Trainerduo haben der Werkself nach einer verkorksten Saison unter Robin Dutt wieder zu altem Erfolg und, natürlich, schönem Fußball verholfen.

Spieler-Legende Sami Hyypiä und Jugendcoach Sascha Lewandowski: Eigentlich als Übergangslösung gedacht, schlug das so gänzlich ungleiche Paar gleich die richtigen Töne an. Auf Platz 7 liegend drohte Bayer in der vergangenen Saison, die Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb zu verpassen. Doch der laute Lewandowski und der stille Hyypiä packten die Wende, retteten mit vier Siegen in den letzten sechs Spielen noch den 5. Rang.

Diese Saison kommt Bayer wohl in erster Linie die Abwesenheit von Michael Ballack zugute. Kein Rummel, kein Ärger, keine großen Schlagzeilen: Genau das, was man in Leverkusen haben will. Nach nur vier Punkten aus den ersten vier Spielen inklusive einer Pleite bei Aufsteiger Frankfurt drohte schon die Krise. Das Führungsduo Wolfgang Holzhäuser/Rudi Völler musste sich schnell für die Entscheidung pro Hyypiä und Lewandowski rechtfertigen. Man stelle sich einmal vor, ein Ballack wäre noch da – Bayer hätte zahlreiche Baustellen in den Medien zu bekämpfen. So gab es nur das Problem mit den Trainern. Die Geduld zahlte sich aus: Bayer ist das Team der Stunde. Kein Team der Liga ist in besserer Form. Von den vergangenen fünf Spielen wurden vier gewonnen. In der Europa League gelang der Einzug ins Sechzehntelfinale problemlos.

Es funktioniert derzeit überhaupt einiges bei Bayer. Auf den Außen haben die Leverkusener Waffen wie seit vielen Jahren nicht mehr. Ein Blick auf die linke Seite: Der Ze Roberto von einst heißt heute Andre Schürrle und kann nicht nur flanken, sondern vor allem Tore schießen. Auf rechts tanzten früher Bernd Schneider und Yildiray Bastürk, heute sind es Gonzalo Castro und ein kleiner Mann namens Carvajal. Hinten hat Leverkusen mit Philipp Wollscheid endlich den erhofften Rückhalt in der Abwehr. Nicht zu vergessen: Stefan Kießling, Bundesliga-Toptorjäger der Hinrunde, leidenschaftlicher Arbeiter – und trotzdem, Sie ahnen es, kein Kandidat für Bundestrainer Joachim Löw.

Bayer hat ein funktionierendes Ganzes, ein Team, in dem ein Zahnrad in das andere greift. Sie haben endlich wieder eine Mannschaft, vor der sich die Liga fürchten muss. Und doch: Zum absoluten Spitzenteam fehlt den Leverkusenern auch diese Saison wieder etwas. Zwar gewinnt Bayer Partien gegen Spitzenclubs wie Bayern München oder Schalke 04, doch sind diese Siege nicht allzu viel wert, wenn darauf Pleiten wie gegen den VfL Wolfsburg folgen. Das Hauptproblem der Leverkusener: Die Konstanz einer Spitzenmannschaft. Klar, Fans werden den Auswärtstriumph bei den Bayern nie vergessen, aber eine Meisterschaft hat noch keiner bei Bayer erlebt – das wird sich auch in dieser Saison nicht ändern. Denn: Die Beständigkeit und nötige Nervenstärke ist wieder nicht vorhanden. Das Pokalaus in Wolfsburg war wieder einmal so ein Zeichen dafür. Es liegt an Bayer, nach Siegen gegen Top-Gegner die Konzentration auch gegen kleinere Gegner aufrechtzuerhalten.

Der Gewinner der Hinrunde

Wären dem kleinen Carvajal nicht in der Abwehr so viele fatale Fehler unterlaufen, wäre er ein heißer Kandidat auf den Titel. So führt jedoch kein Weg an ihm vorbei: Stefan Kießling. Zwölf Tore, vier Assists – der 28-Jährige ist in Topform. Oft wird dem Stürmer vorgeworfen, zu viele Chancen zu vergeben – aber nicht in dieser Saison. Kießling trifft, wie er will, und arbeitet wie immer unglaublich viel für die Mannschaft. Im Prinzip ein Stürmertyp wie Miroslav Klose. Ein Typ für Löw, möchte man meinen. Das meint ganz Deutschland. Nur Löw nicht. Doch keine Frage: Spielt Kießling weiter so stark, kommt die Nationalmannschaft schon bald. Ganz sicher.

Der Verlierer der Hinrunde ...

… hat den Verein schon wieder verlassen: Renato Augusto. Mit 20 Jahren kam der Brasilianer nach Leverkusen, galt als kommendes Supertalent. Einer von diesen Wundertypen, die Bayer regelmäßig in Südamerika auspackt. Gesegnet mit der Gabe, perfekten Fußball zu spielen. Aber davon war zuletzt zunehmend weniger zu sehen. Keine Frage: Renato ist ein verdammt guter Fußballer. Er machte sicher einige richtig gute Spiele für Bayer. Und doch gab es viel zu wenige davon. Der Sprung vom Talent zum Führungsspieler gelang nie so richtig. Ob es die vielen Verletzungen waren, die den heute 24-Jährigen stoppten, die Kritik von Geschäftsführer Holzhäuser oder vielleicht sogar das Heimweh. Es bleibt unklar. Renato blieb bis zum Schluss Liebling der Fans und verabschiedete sich unter Tränen in Richtung Brasilien. Vermutlich ist es besser so. Von der ersten Elf war er in dieser Saison so weit entfernt wie noch nie.

Ein neuer Star am Bayer-Himmel?

„Was passiert eigentlich, wenn Kießling verletzt ist?“ Diese Frage schien sich die Bayer-Führungsetage ganz plötzlich in der Winterpause zu stellen – viel zu spät eigentlich. Aber Glück gehabt: Kießling blieb gesund und spielte zudem unglaublich gut. Trotzdem entschied man sich: Ein Backup muss her. Geld war dank des Renato-Verkaufs ja auch genug da. 3,5 Millionen kassiert, nicht mehr als 3,5 Millionen ausgegeben – das Ergebnis heißt Arkadiusz Milik. Der angeblich talentierteste Fußballer aus Polen seit Robert Lewandowski ist 18 Jahre alt und war das Objekt der Begierde zahlreicher Vereine. Gewinner ist Leverkusen, "weil sie mich unbedingt haben wollten“, so der 1,89 Meter große polnische Nationalspieler. In der Hinrunde der Ekstraklasa in Polen erzielte Milik sieben Treffer in 15 Partien. Für einen 18-Jährigen eine Topquote. Dass er Kießling gleichwertig ersetzen kann, erwartet wohl keiner. Aber vielleicht wird aus dem neuen Stürmer ja einmal so eine große Nummer wie einst Dimitar Berbatov. Bei seinen fünfeinhalb Jahren Vertrag hat er zumindest noch genug Zeit dafür.

Prognose

Die Sätze kann und will keiner mehr hören: "Die Vizemeisterschaft würden wir gerne nehmen“ oder "Über Vizekusen würde sich nach dieser Saison sicher keiner beklagen." Und trotzdem: Mehr ist für Bayer in diesem Jahr wirklich einfach nicht drin. Bayern ist den Leverkusenern schon längst enteilt und Borussia Dortmund lauert schon, wird sie vermutlich auch noch überholen. Nicht, dass Bayer chancenlos wäre, aber die Kaltschnäuzigkeit fehlt ganz einfach. Auch einen echten Leader, einen Schweinehund sucht man in der Werkself vergeblich. Es muss ja auch nicht immer ein alternder König wie Ballack sein. Aber ein Spieler, der vielleicht nicht immer ganz so liebenswert in die Kamera blickt wie Simon Rolfes oder Kießling, kann jeder Mannschaft gut tun. Doch einen solchen Mann, der den unbedingten Siegeswillen auf den Platz bringt, sucht man in Leverkusen vergeblich. So reicht es zumindest immer noch zur Rückkehr in die Champions League über Platz 3 oder 4. Für mehr aber trotz der großen Qualität mal wieder nicht.

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