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Blamage perfekt, ab geht's in die Heimat: Die holländische Auswahl hat sich von der EURO in Polen und der Ukraine schon nach der Vorrunde verabschiedet – und das ohne einen Zähler im Gepäck. Im letzten Gruppenspiel verlor die 'Elftal' 1:2 gegen Portugal. Rafael van der Vaart brachte die Holländer in dem mit 38.000 Zuschauern nicht ganz ausverkauften Metalist-Stadion in Charkiw in Führung (11.), ehe Cristiano Ronaldo für Portugal das Viertelfinal-Ticket buchte (28./74.). Während die Iberer am Donnerstag auf Tschechien treffen, muss Oranje die Heimreise antreten.
Dabei gaben die zum Siegen verdammten Holländer zunächst die Marschroute vor. Schalke-Stürmer Klaas-Jan Huntelaar, den Bondscoach Bert van Marwijk erstmals von Beginn an brachte, rauschte an einer Flanke von van der Vaart vorbei (4.). Wesley Sneijder fehlte bei einem Knaller aus spitzem Winkel noch das Zielwasser (5.), von dem van der Vaart vor dem Spiel einen gehörigen Schluck genommen haben muss: Mit einem herrlichen Schlenzer von der Strafraumgrenze traf der ehemalige Hamburger ins linke Eck und ließ Holland kurz vom Weiterkommen träumen.
Die Portugiesen, die die Anfangsphase völlig verpennten, wachten nach dem Gegentreffer auf. Ronaldo scheiterte mit einem Rechtsschuss am Außenpfosten (16.), Helder Postiga zwei Minuten später an seinen Nerven: Der Angreifer ging alleine auf Hollands Schlussmann Maarten Stekelenburg zu, schob das Leder aber am Kasten vorbei. Nachdem auch Raul Meireles mit einem Schuss nur das Außennetz traf (19.), belohnte Ronaldo das Anrennen, indem er einen Zuckerpass von Joao Pereira eiskalt zum Ausgleich einnetzte.
Oranje wirkte geschockt, von der Angriffslust war plötzlich nichts mehr zu sehen. Vor allem Ronaldo brachte die Viererkette um Joris Mathijsen immer wieder ins Wanken. Den einzigen Vorwurf, den sich die Elf von Trainer Paulo Bento gefallen lassen musste, war die Chancenverwertung. Nani setzte einen Distanzschuss knapp daneben (31.), der wie entfesselt aufspielende Ronaldo prüfte erst Stekelenburg mit einem Flatterball (33.) und köpfte dann eine Ecke nur um Zentimeter am Gehäuse vorbei (35.).
Während Portugal anrannte, fehlten dem Vize-Weltmeister die Mittel – offensiv, vor allem aber defensiv: Gregory van der Wiel, im Vergleich zu Ronaldo so beweglich wie ein Sack Zement, war mit dem Hochgeschwindigkeits-Fußball von CR7 genauso überfordert wie Jetro Willems, der Nani nicht zu packen bekam. Beide Außenverteidiger waren wohl froh, als der souveräne Schiedsrichter Nicola Rizzoli zum Pausentee bat.
Als sich Oranje endlich mal wieder nach vorne bewegte, schlug es hinten ein: Der überragende Ronaldo, der schon als größter Flop der EM abgetan wurde, setzte einem Lehrbuch-Konter das Sahnehäubchen auf, indem er den bemitleidenswerten van der Wiel ausstiegen ließ und unhaltbar zum 2:1 einschob. "Ich bin sehr glücklich. Heute hat auch mein Sohn Geburtstag. Ihm widme ich meine beiden Tore", so Ronaldo.
Bei den Holländern hingen die Köpfe wie verwelkte Tulpen. Einzig van der Vaart, den van Marwijk wie Huntelaar bei den ersten beiden Gruppenspielen nicht in der Startelf berücksichtigt hatte, stemmte sich gegen die dritte Niederlage im dritten Spiel. Bis auf seinen Pfostenschuss (83.) war von Oranje nichts mehr zu sehen. "Wir haben dreimal verloren, da hat man das Weiterkommen auch nicht verdient. Dafür hätten wir besser spielen müssen", sagte van der Vaart.
Portugal, das im elften Vergleich gegen die 'Elftal' den siebten Sieg einfuhr, verwaltete das Ergebnis geschickt, fuhr noch den ein oder anderen gefährlichen Konter und steht nach einer überzeugenden Leistung im Viertelfinale. Sollte die Truppe um Ronaldo, der kurz vor Abpfiff mit einem Pfostenschuss einen Hattrick verpasste, so weitermachen, ist bei dieser EURO für die Iberer noch viel drin.
Was für van Marwijk nach der desaströsen EURO noch drin ist, weiß er selbst nicht. "Fragen Sie mich jetzt nicht nach meiner Zukunft", sagte der Trainer: "Ich übernehme die Verantwortung. Wir hatten insgesamt nicht die Form, unsere Chancen zu nutzen und haben zu einfache Gegentore kassiert. Wir haben zu viele Fehler gemacht." – und so wurden die einstigen Titelanwärter nach nur drei Partien zu fliegenden Holländern.
News und Hintergründe zur EURO 2012 in Polen und der Ukraine
Ronaldo schießt Hollands Null-Punkte-Nulpen raus
18.06.12
Da war die Welt der Holländer noch in Ordnung: Rafael van der Vaart hatte die 'Elftal' in Führung geschossen.
Foto: dpa bildfunk
Foto: dpa bildfunk
Dabei gaben die zum Siegen verdammten Holländer zunächst die Marschroute vor. Schalke-Stürmer Klaas-Jan Huntelaar, den Bondscoach Bert van Marwijk erstmals von Beginn an brachte, rauschte an einer Flanke von van der Vaart vorbei (4.). Wesley Sneijder fehlte bei einem Knaller aus spitzem Winkel noch das Zielwasser (5.), von dem van der Vaart vor dem Spiel einen gehörigen Schluck genommen haben muss: Mit einem herrlichen Schlenzer von der Strafraumgrenze traf der ehemalige Hamburger ins linke Eck und ließ Holland kurz vom Weiterkommen träumen.
Die Portugiesen, die die Anfangsphase völlig verpennten, wachten nach dem Gegentreffer auf. Ronaldo scheiterte mit einem Rechtsschuss am Außenpfosten (16.), Helder Postiga zwei Minuten später an seinen Nerven: Der Angreifer ging alleine auf Hollands Schlussmann Maarten Stekelenburg zu, schob das Leder aber am Kasten vorbei. Nachdem auch Raul Meireles mit einem Schuss nur das Außennetz traf (19.), belohnte Ronaldo das Anrennen, indem er einen Zuckerpass von Joao Pereira eiskalt zum Ausgleich einnetzte.
Oranje wirkte geschockt, von der Angriffslust war plötzlich nichts mehr zu sehen. Vor allem Ronaldo brachte die Viererkette um Joris Mathijsen immer wieder ins Wanken. Den einzigen Vorwurf, den sich die Elf von Trainer Paulo Bento gefallen lassen musste, war die Chancenverwertung. Nani setzte einen Distanzschuss knapp daneben (31.), der wie entfesselt aufspielende Ronaldo prüfte erst Stekelenburg mit einem Flatterball (33.) und köpfte dann eine Ecke nur um Zentimeter am Gehäuse vorbei (35.).
Während Portugal anrannte, fehlten dem Vize-Weltmeister die Mittel – offensiv, vor allem aber defensiv: Gregory van der Wiel, im Vergleich zu Ronaldo so beweglich wie ein Sack Zement, war mit dem Hochgeschwindigkeits-Fußball von CR7 genauso überfordert wie Jetro Willems, der Nani nicht zu packen bekam. Beide Außenverteidiger waren wohl froh, als der souveräne Schiedsrichter Nicola Rizzoli zum Pausentee bat.

Mann des Abends: Cristiano Ronaldo, der Holland mit zwei Toren im Alleingang erlegte.
Foto: Reuters
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Ronaldo schnürt den Doppelpack
Der verhalf der Marwijk-Truppe aber auch nicht zu neuen Kräften. Im Vergleich zur 1. Halbzeit stand die holländische Abwehr zwar sicherer, nach vorne ging aber herzlich wenig zusammen – ganz anders die Portugiesen: Joao Moutinho verfehlte das Ziel mit zwei Fernschüssen (50./56.), Fabio Coentrao und Nani fanden nach fein vorgetragenen Kontern ihren Meister in Torwart Stekelenburg (67./73.).Als sich Oranje endlich mal wieder nach vorne bewegte, schlug es hinten ein: Der überragende Ronaldo, der schon als größter Flop der EM abgetan wurde, setzte einem Lehrbuch-Konter das Sahnehäubchen auf, indem er den bemitleidenswerten van der Wiel ausstiegen ließ und unhaltbar zum 2:1 einschob. "Ich bin sehr glücklich. Heute hat auch mein Sohn Geburtstag. Ihm widme ich meine beiden Tore", so Ronaldo.
Bei den Holländern hingen die Köpfe wie verwelkte Tulpen. Einzig van der Vaart, den van Marwijk wie Huntelaar bei den ersten beiden Gruppenspielen nicht in der Startelf berücksichtigt hatte, stemmte sich gegen die dritte Niederlage im dritten Spiel. Bis auf seinen Pfostenschuss (83.) war von Oranje nichts mehr zu sehen. "Wir haben dreimal verloren, da hat man das Weiterkommen auch nicht verdient. Dafür hätten wir besser spielen müssen", sagte van der Vaart.
Portugal, das im elften Vergleich gegen die 'Elftal' den siebten Sieg einfuhr, verwaltete das Ergebnis geschickt, fuhr noch den ein oder anderen gefährlichen Konter und steht nach einer überzeugenden Leistung im Viertelfinale. Sollte die Truppe um Ronaldo, der kurz vor Abpfiff mit einem Pfostenschuss einen Hattrick verpasste, so weitermachen, ist bei dieser EURO für die Iberer noch viel drin.
Was für van Marwijk nach der desaströsen EURO noch drin ist, weiß er selbst nicht. "Fragen Sie mich jetzt nicht nach meiner Zukunft", sagte der Trainer: "Ich übernehme die Verantwortung. Wir hatten insgesamt nicht die Form, unsere Chancen zu nutzen und haben zu einfache Gegentore kassiert. Wir haben zu viele Fehler gemacht." – und so wurden die einstigen Titelanwärter nach nur drei Partien zu fliegenden Holländern.
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