Eishockey | Weltmeisterschaft
Endspiel Schweiz - Schweden
THEMENPAKET
Ok ok, Spanier, ich habe ja verstanden. Ich meine, klar, zwischendurch ging mir euer Tiqui-Taca-Gedöns echt gehörig auf den Sack. Dieses fast schon widerliche quer, vor, zurück, ach komm, nimm du auch noch mal den Ball, nee? Ok, dann du, hier, oh, gute Schussbahn, och nö, lieber noch mal nach links raus, hm, rechts war auch schön frei, ach egal, der läuft bestimmt noch mal in die Gasse. Es wirkte mit der Zeit fast schon ein bisschen dümmlich, denn im Gegensatz zu früher kam so erstaunlich wenig bei rum. Als würde ich meine Einkaufstüten zehnmal um den Block tragen und dann irgendwo abstellen, anstatt sie in den Kühlschrank zu packen.
Dass euer System allmählich – wenn nicht als Pipi-Kacka beschimpft – zumindest infrage gestellt respektive für fällig angesehen wurde, hättet ihr eventuell verstanden, wenn ihr bei der Videoanalyse nicht ständig weggenickt wärt. Aber nach der Gala gestern, Spanier, sei euch alles von Herzen gegönnt. Am Ende habt ihr halt einfach Recht behalten.
Schön, wie schnell sich der Spieß drehen kann. Im Halbfinale gegen Deutschland standen die Italiener noch da wie eine unerschütterliche Garnison Cäsars, für die der Schritt ins Endspiel unausweichlich ist, und die müden DFB-Kicker höchstens unter dem dringenden Verdacht der Beihilfe.
Aber ihr, Spanier, habt Italien einfach ignoriert. Pirlo? Fand nicht statt. Balotelli? Fand nicht statt. Buffon? Hatte so wohl auch nicht gewettet. Und Motta hatte sich in der ersten Stunde vermutlich allein schon vom Zuschauen auf der Bank angezerrt.
Und he, Spanier, ihr habt ja sogar einfach mal draufgehalten. Aus mehr als sechzehn Metern einfach mal abgezogen! Fast schon Perlen vor die Säue. Aber keine Sau hat es interessiert – es lief ja sowieso wie’n Länderspiel, wie man hierzulande so schön sagt. Im tiefen Wissen, dass euch nichts, aber auch gar nichts passieren kann, habt ihr dem Ball ein 90-minütiges Freudenfest bereitet. Und den Sack wolltet ihr dann beim 2:0 auch nicht zumachen. Ein wirklich gutes Pferd springt halt auch gerne mal höher, als es muss, nicht wahr?
War ja auch nett, dass sich Torres auf den letzten Drücker noch zwei Scorerpunkte abholen konnte. Die Nachricht, den Goldenen Schuh gewonnen zu haben, hätte Gomez im Urlaub vermutlich nur unnötig irritiert.
Fragen Sie mich jetzt bitte nur nicht, wie das weitergehen soll. WM 2014 absagen und del Bosque den Henkeltopf einfach per Post schicken? Lass den ein oder anderen da um die 30 sein – im Tiqui-Taca-Land ist Alter doch nur Schall und Rauch.
In diesem Sinne verneige ich mich zum Abschluss der EURO in vorzüglicher Hochachtung. Vor der Roten Furie, vor Ihnen und vor mir selbst. Tun Sie es auch. Sie haben es sich verdient.
News und Hintergründe zur deutschen Nationalmannschaft bei der EURO 2012
Ein gutes Pferd springt auch mal höher, als es muss
02.07.12
Nicht nur der EM-Titel auch die Torjäger-Krone ging nach Spanien
Foto: Imago Sportfotodienst
Foto: Imago Sportfotodienst
Dass euer System allmählich – wenn nicht als Pipi-Kacka beschimpft – zumindest infrage gestellt respektive für fällig angesehen wurde, hättet ihr eventuell verstanden, wenn ihr bei der Videoanalyse nicht ständig weggenickt wärt. Aber nach der Gala gestern, Spanier, sei euch alles von Herzen gegönnt. Am Ende habt ihr halt einfach Recht behalten.
Schön, wie schnell sich der Spieß drehen kann. Im Halbfinale gegen Deutschland standen die Italiener noch da wie eine unerschütterliche Garnison Cäsars, für die der Schritt ins Endspiel unausweichlich ist, und die müden DFB-Kicker höchstens unter dem dringenden Verdacht der Beihilfe.
Aber ihr, Spanier, habt Italien einfach ignoriert. Pirlo? Fand nicht statt. Balotelli? Fand nicht statt. Buffon? Hatte so wohl auch nicht gewettet. Und Motta hatte sich in der ersten Stunde vermutlich allein schon vom Zuschauen auf der Bank angezerrt.
Perlen vor die Säue, aber keine Sau interessiert es
Ihr, Spanier, habt einfach erhaben für euch gespielt und der Welt mit penetranter Beiläufigkeit gezeigt, was passiert, wenn man dem König an den Karren pinkeln will. 11 Freunde müsst ihr sein? Ach was, 11 Bekannte reichen bei euch schon aus.Und he, Spanier, ihr habt ja sogar einfach mal draufgehalten. Aus mehr als sechzehn Metern einfach mal abgezogen! Fast schon Perlen vor die Säue. Aber keine Sau hat es interessiert – es lief ja sowieso wie’n Länderspiel, wie man hierzulande so schön sagt. Im tiefen Wissen, dass euch nichts, aber auch gar nichts passieren kann, habt ihr dem Ball ein 90-minütiges Freudenfest bereitet. Und den Sack wolltet ihr dann beim 2:0 auch nicht zumachen. Ein wirklich gutes Pferd springt halt auch gerne mal höher, als es muss, nicht wahr?
War ja auch nett, dass sich Torres auf den letzten Drücker noch zwei Scorerpunkte abholen konnte. Die Nachricht, den Goldenen Schuh gewonnen zu haben, hätte Gomez im Urlaub vermutlich nur unnötig irritiert.
Fragen Sie mich jetzt bitte nur nicht, wie das weitergehen soll. WM 2014 absagen und del Bosque den Henkeltopf einfach per Post schicken? Lass den ein oder anderen da um die 30 sein – im Tiqui-Taca-Land ist Alter doch nur Schall und Rauch.
In diesem Sinne verneige ich mich zum Abschluss der EURO in vorzüglicher Hochachtung. Vor der Roten Furie, vor Ihnen und vor mir selbst. Tun Sie es auch. Sie haben es sich verdient.











