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Naturbahn in St. Moritz "größte Schnee-Skulptur der Welt"

23.01.13
Naturbahn in St. Moritz "größte Schnee-Skulptur der Welt"
Manuel Machata rast in St. Moritz durch den Eiskanal. Foto: Arno Balzarini, DPA

Die älteste noch benutzte Bob-Bahn der Welt in St. Moritz ist auch die einzige Natureisbahn.

Jedes Jahr wird die "größte Schnee-Skulptur der Welt" von einem 15-köpfigen Bahnbauerteam aus 10.000 Kubikmetern Schnee, 5000 Kubikmetern Wasser und mit viel Schweiß auf 1722 Meter Länge in nur drei Wochen Ende November neu erbaut. Und jedes Jahr gibt es eine leicht veränderte Linienführung, auch wenn die bekannten Kurven "Sunny Corner", "Horse-Shoe", "Devils Dyke Corner" oder die "Gunter Sachs Corner" immer genau ausnivelliert sind.

Nachdem 1897 der älteste Bob-Club der Welt, der Saint Moritz Bobsleight Club, gegründet wurde, dauerte es sieben Jahre, ehe das erste Bobrennen fast parallel zur Verbindungsstraße von St. Moritz bis Celerina stattfand. 1928 und 1948 fanden auf der Natureisbahn die Rennen der Olympischen Winterspiele statt - 1928 sogar als Novum mit dem Fünfer-Bob. Bislang gab es 22 Weltmeisterschaften, davon 18 im Bobfahren, drei im Skeleton und eine im Rodeln.

Obwohl sich in den mehr als 100 Jahren Bahnbau vieles verändert hat, sind die Grundsätze gleichgeblieben. Der Bau der Bahn erfordert viel Erfahrung und Augenmaß. Die heutigen Arbeiter profitieren natürlich von der technischen Entwicklung, können nun den Schnee mit Lastwagen herankarren.

Nach Abschluss des Rohbaus teilt sich die Bahnmannschaft auf. Jeder Arbeiter bekommt einen Streckenteil zugewiesen und ist für dessen Endausbau und Pflege verantwortlich. Die täglichen Ausbesserungsarbeiten werden hauptsächlich am Nachmittag vorgenommen und dauern pro Abschnitt bis zu vier Stunden. Während der morgendlichen Fahrzeiten ist der Bahnarbeiter in seinem Abschnitt Teil des Sicherheitskonzeptes.

Ist der letzte Bob der Saison im Ziel angekommen, wird unverzüglich mit dem Abbau begonnen. Die schützenden Sonnensegel werden entfernt und damit die Bahn dem Verfall preisgegeben. In der immer stärker werden Engadiner März-Sonne schmilzt die Eis-Skulptur langsam dahin. Bis Mitte Juni ist nach der Gesamtreinigung des Bahnareals vom winterlichen Treiben fast nichts mehr zu sehen.

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