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Magath: Nordkorea oder Familien-Coach

17.11.12 19:07
Felix Magath
Felix Magath darf sich ab jetzt völlig neu orientieren.
Foto: dpa bildfunk
Es gibt wohl kaum einen Fußballlehrer auf dieser Welt, der in seiner Karriere mehr verbrannte Erde hinterlassen hat als Felix Magath. Nach seinem unrühmlichen Ende beim VfL Wolfsburg, den er nach dem Meistertitel 2009 im zweiten Trainer-Anlauf nicht ansatzweise in respektable Form gebracht hat, scheinen die Plätze rar geworden, an denen die Würgegriff-Orgien des 59-Jährigen willkommen sein dürften.

Bei einer Podiumsdiskussion in Passau – dem ersten öffentlichen Auftritt nach seiner Beurlaubung bei den 'Wölfen' – hielt sich 'Quälix' sodann clevererweise bedeckt. Tabuthema Vergangenheit. Dabei hatte Magath schon vor einem Jahr betont, dass der VfL sein letzter Bundesliga-Verein sei, den er betreuen wird und ein weiteres Engagement in Deutschland damit quasi ausgeschlossen. Dass er sich in niederen Gefilden nach Alternativen umsieht, um zum Beispiel die Viktoria aus seiner Geburtsstadt Aschaffenburg aus der Regionalliga Bayern mit dem Knüppel zu neuer Blüte zu verhelfen, ist eher unwahrscheinlich.

Aber wo soll er denn hin? Selbst das Ausland dürfte mittlerweile wahrgenommen haben – auch wenn Magath drei Meistertitel und zwei Pokalsiege vorzuweisen hat – dass es einer gewissen masochistischen Neigung bedarf, sich unter seine Regentschaft zu stellen. Dass die Wolfsburger eine Befreiungs-Party nach der anderen feiern, seit Magath fort ist, spricht Bände. Zudem müsste es ein Club sein, der über genügend Finanzkraft verfügt, um Magaths shoppingaffinen Ansprüchen gerecht zu werden.

Ein Verein ist kein Boot-Camp, ein Trainer kein Drill-Instructor

Anschi Machatschkala, der neureiche Club aus Dagestan, der seine Spieler wegen der angespannten politischen Lage und aus Angst vor Anschlägen in Moskau trainieren und zu Heimspielen einfliegen lässt, könnte für 'Quälix' vielleicht noch eine interessante Adresse sein. Die ganzen Waldläufe könnte er sich z.B. sparen, wenn er die Jungs die ca. 1.600 km Luftlinie einfach immer mal wieder zu Fuß laufen lässt. Neben dem Platz würden sie dann auch gleich den Ernst des Lebens kennenlernen, was Magaths teilweise bizarren pädagogischen Auftrag in die Karten spielen könnte. Ober vielleicht direkt Nationaltrainer von Nordkorea?

So oder so, ob wir Magath jemals an der Seitenlinie wiedersehen werden, ist mehr als fraglich. Bei allem Respekt vor seinen Erfolgen als Spieler sowie als Trainer – ein Verein ist kein Boot-Camp, ein Trainer kein Drill-Instructor. "Meine jüngste Tochter könnte im Fußball richtig Karriere machen. Aber sie hat nicht so den Drang, sich läuferisch über Gebühr zu bewegen", sagte Magath in Passau mit einem sanftmütigen Lächeln im Gesicht. Vielleicht sollte er einfach Familien-Coach bleiben.

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