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Heidfeld will zurück in die Formel 1

11.09.12 09:58
Heidfeld will zurück in die Formel 1
Nick Heidfeld kann sich ein Comeback in der Formel 1 gut vorstellen. Foto: Peter Steffen, DPA

Nick Heidfelds Ärger über seinen erzwungenen Abschied aus der Formel 1 ist auch nach mehr als einem Jahr nicht verraucht.

"Das Ganze zu verarbeiten, dauert etwas. Das ist ein Prozess, der im Moment auch noch stattfindet", sagte der 35 Jahre alte Rennfahrer aus Mönchengladbach im Interview der Deutschen Presse-Agentur. Heidfeld treibt es noch immer auf die Rennstrecke zurück. "Ich habe noch keine Ruhe zu sagen, ich packe jetzt mal was anderes an. Ich liebe den Sport so sehr", erklärte er.

Nach zwölf Jahren in der Formel 1 müssen Sie in dieser Saison zuschauen. Wie hat sich ihr Leben verändert?

Heidfeld: "Man könnte denken, ich habe viel Zeit, weil ich dieses Jahr nicht so viele Rennen gefahren bin. Aber mit drei Kindern ist das dann doch wieder ein Irrglaube. Die sind noch recht klein, ich verbringe viel Zeit mit ihnen."

Genießen Sie diese Ruhe mit der Familie oder ist noch immer der Wunsch nach neuen Chancen als Rennfahrer da?

Heidfeld: "Natürlich genieße ich es, zu Hause zu sein. Aber es ist auch nicht einfach, sich die Formel-1-Rennen anzuschauen in dem Wissen, man wollte zu dem Zeitpunkt nicht aussteigen. Man macht sich natürlich seine Gedanken, auch neben dem Motorsport habe ich gewisse Ideen, was ich machen könnte. Aber wenn ich zu Hause bin, merke ich, dass ich noch nicht die Muße dafür habe. Dazu brennt noch zu sehr das Feuer in mir, Rennen zu fahren. Ich habe noch keine Ruhe zu sagen, ich packe jetzt mal was anderes an. Ich liebe den Sport so sehr."

Was treibt Sie zurück auf die Formel-1-Rennstrecke?

Heidfeld: "Das Entscheidende ist, das Auto wirklich am Limit zu bewegen. Zu wissen, dass man in den schnellsten Autos der Welt sitzt und gegen die besten Fahrer der Welt fährt. Das Gefühl, das man beim Fahren hat und schlecht in Worte fassen kann. Nach ein paar Runden tauchst du in deine eigene Welt ab, denkst an nichts anderes, kontrollierst das Auto am Limit. Das ist die Hauptantriebsfeder, der Grund, warum ich damit angefangen habe. Die Liebe ist bis heute geblieben. Aber es macht auch Spaß, mit extrem professionellen Teams und Leuten zusammenzuarbeiten, die Grenzen zu verschieben und in gewissem Maße kreativ zu sein. Und der Zweikampf im Rennen spielt natürlich auch eine Rolle. Der Druck hat mir immer Spaß gemacht. Am Rennstart zu sitzen und zu merken, wie das Adrenalin aufsteigt."

Wie sehr ärgert Sie das abrupte Aus im Vorjahr noch?

Heidfeld: "Das war nicht der Abschied, den ich mir vorgestellt habe. Es war eine ganz schwierige Zeit für mich. Letztlich habe ich mich mit Lotus geeinigt, auch darauf, nicht zu viele Worte zu verlieren."

Schwierige Zeit, was heißt das?

Heidfeld: "Für mich ist das mein Traumberuf. Ich hatte das Glück, ihn viele Jahre ausüben zu dürfen und wie gesagt, brennt das Feuer immer noch. Wenn man dann da rausgerissen wird, dann beschäftigt das einen mehr oder weniger permanent. Das Ganze zu verarbeiten, dauert etwas. Das ist ein Prozess, der im Moment auch noch stattfindet. Es ist nicht so, dass man nach ein paar Wochen sagt: Fertig."

Wie wichtig war dabei die Familie als Rückzugsort?

Heidfeld: "Das ist das falsche Wort. Es gibt einem natürlich einen gewissen Halt und ist für mich das Wichtigste im Leben. Wenn man Kinder hat, rückt das die Dinge in eine Perspektive. Insofern hat mich das aufgefangen und es vielleicht einfacher gemacht."

Ist die Formel 1 für Sie inzwischen ein abgeschlossenes Kapitel?

Heidfeld: "Wenn ich könnte, wäre ich gern dabei. Wenn es so einfach wäre, dann wär ich auch dieses Jahr dabei. Es wird nicht einfach sein, da wieder Fuß zu fassen. Auf der anderen Seite hat sich auch in den vergangenen Jahren was ergeben, womit man nicht gerechnet hatte. Wie bei Lotus, als der Robert Kubica leider seinen Unfall hatte. Ich schließe es nicht aus, es wäre mein großer Wunsch. Aber in meiner Phase der Karriere würde ich auch nicht mehr zu irgendeinem Team gehen. Und direkt zu einem Top-Team zu kommen, da ist die Chance recht klein. Ich bräuchte schon die Perspektive, erfolgreich zu sein. Wenn das nicht mehr realistisch ist bei irgendeinem Team, dann brauche ich das auch nicht mehr."

Wie fällt denn im Rückblick die Bilanz ihrer Formel-1-Zeit aus?

Heidfeld: "Es war ein bisschen eine Achterbahn mit Höhen und Tiefen. Es gibt immer Momente, wo man sagt, da hättest Du dieses oder jenes machen können. Trotzdem bin ich ganz zufrieden. Aber man muss es immer mit dem Wissen sehen, das man zu dem Zeitpunkt hatte. Das Rennen in Kanada, als ich Zweiter geworden bin: Hätte ich dem Robert mal nicht so bereitwillig Platz gemacht, dann hätte ich den verdammten Sieg in der Tasche gehabt. Aber zu dem Zeitpunkt dachte ich halt, du kriegst noch genügend Chancen in der Formel 1."

Sie haben die meisten Podiumsplätze aller Fahrer, die nie ein Rennen gewonnen haben. Was bedeutet Ihnen diese Marke?

Heidfeld: "Es gibt schönere Rekorde, klar. Aber es gibt viele, die nie in der Formel 1 waren, nie ein Podium hatten. Ist halt ein besonderes Ding."

Wie sehr hat sich die Formel 1 seit Ihrem Debüt im Jahr 2000 verändert?

Heidfeld: "Es hat sich schon recht stark geändert. Aber das ist schwierig zu beurteilen, so lange man dabei ist. Das fällt einem nicht auf, es geht ja Schritt für Schritt. Es ist natürlich noch viel professioneller geworden. Die Technik hat sich gewandelt. Früher hatten die Autos vielleicht an paar Knöpfe an den Lenkrädern, heute erinnert das an einen Computer, was man da in der Hand hat. Durch die Wirtschaftskrise sind die Finanzen noch mehr in den Vordergrund gerückt, für mich zum Nachteil, weil es wichtiger geworden ist, wie viel Geld ein Fahrer mitbringt."

Wie groß ist die Enttäuschung, nicht noch mehr erreicht zu haben?

Heidfeld: "Ich versuche mich ab und zu hinzusetzen und zu sagen, du bist schon in einer glücklichen Position. Das ist schwierig, weil man immer mehr erreichen will, Rennen gewinnen, Weltmeister werden. Auf der anderen Seite habe ich jahrelang meinen Traumberuf ausgeübt, viel Geld verdient, habe eine gesunde Familie. Ein normaler Mensch wird sagen: Du hast sie doch nicht mehr alle, du musst doch glücklich sein. Aber das Gefühlsleben kann man nicht logisch erklären."

Michael Schumacher fährt mit 43 noch Rennen und überlegt, ob er noch weitermacht. Was meinen Sie?

Heidfeld: "Der Michael zieht immer noch. Er hat sieben Titel eingefahren, kann nicht nur in Deutschland, sondern weltweit die Massen anziehen. Er ist nicht mehr so auf dem Spitzenniveau, wie er es vielleicht zu den Zeiten war, als er Serien-Weltmeister wurde. Aber er fährt sicher noch gut genug, um einigen zu zeigen wo es lang geht. Das Entscheidende ist doch, was der Michael will. Und wenn er da Spaß dran hat und die Möglichkeit, dann soll er das doch machen. Leute wie ich verstehen das auch."

Wissen Sie schon, was Sie nächstes Jahr machen?

Heidfeld: "Nein, weiß ich noch nicht. Ich fange jetzt gerade an, Gespräche zu führen, zu überlegen. Formel 1 wäre toll, aber im Moment steht da nichts in Aussicht. Test- und Ersatzfahrer ist auch witzlos, da fährt man ja nicht. Langstrecke oder DTM steht zur Debatte. Die Langstrecke hat mich begeistert. Mal sehen, wo es langgeht."

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