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Unglaublich: Bayern stellen ihr Ego zurück

24.09.12
Bastian Schweinsteiger, Javier Martinez und Thomas Müller
Thomas Müller, Javier Martinez und Bastian Schweinsteiger kämpfen um einen Platz im MIttelfeld
Foto: dpa bildfunk
Vor Monaten noch am Boden, jetzt wieder obenauf: Gut drei Monate nach den herben Enttäuschungen in der Champions League und bei der EM stehen Thomas Müller, Toni Kroos und Bastian Schweinsteiger sinnbildlich für den Höhenflug von Bayern München. Die drei deutschen Nationalspieler haben mit starken Leistungen zuletzt maßgeblich dazu beigetragen, dass die Münchner den bislang besten Bundesligastart hinlegten.

Wie stark der mit 70 Millionen Euro verstärkte Kader des FC Bayern in dieser Saison aufgestellt ist, unterstreicht allein die Tatsache, dass selbst Müller, Kroos und Schweinsteiger vor der Partie gegen den VfL Wolfsburg um ihren Platz in der Startelf bangen müssen. Zumal der auf Schalke fehlende Franck Ribery seine leichte Muskelverletzung überwunden hat und gegen das Team von Felix Magath in die Mannschaft zurückdrängt.

"Wir haben einen Top-Kader. Jeder muss sein Ego zurückstellen und auch mal auf die Bank. Das geht nicht mehr anders", sagte Trainer Jupp Heynckes. Er sei auch "nicht mehr dazu bereit, immer zu erklären, warum ich Spieler wechsle", fügte der 67-Jährige mit aller Deutlichkeit an. Er werde die Rotation jedoch "so moderieren, damit es funktioniert. Und es wird auch funktionieren, auch über die ganze Saison."

Heynckes' Luxusproblem gegen Wolfsburg

Beim Auftakt der Champions League gegen den FC Valencia fand sich der bisher überragende Müller auf der Ersatzbank wieder - ohne zu murren. Am Dienstag stehen Heynckes nun erstmals im Mittelfeld sogar alle Hochkaräter zur Verfügung. Für fünf Plätze gibt es dann in Müller, Kroos, Schweinsteiger, Ribéry, Arjen Robben, Xherdan Shaqiri, Luiz Gustavo, Anatoli Timoschtschuk und 40-Millionen-Euro-Mann Javi Martínez gleich neun Kandidaten. Ein Luxus-Problem, das Müller aber als "größtenteils motivierend, weniger belastend" einstuft: "Wir sind in einer Situation, wo du weißt, dass immer einer nachrücken kann. Als Spieler bist du da immer unter Zugzwang."

Selbst Robben, der sich in der vergangenen Saison häufig Ego-Vorwürfe gefallen lassen musste, sieht inzwischen gewisse Vorteile. "Wenn Franck Ribery eine kleine Verletzung hat, muss uns das keine Sorgen machen. Auch nicht, wenn Toni Kroos, Thomas Müller, Bastian Schweinsteiger oder ich mal fehlen. Wir können Ausfälle und Schwächeperioden einzelner Spieler jetzt viel besser auffangen", sagte der Holländer der 'Bild'-Zeitung.
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