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Artikel | Doppelpack von Ronaldo besiegelt Hollands Debakel
Foto-Show | Doppelpack von Ronaldo besiegelt Hollands Debakel

Doppelpack von Ronaldo besiegelt Hollands Debakel

17.06.12 23:43
Doppelpack von Ronaldo besiegelt Hollands Debakel
Cristiano Ronaldo schoss die Portugiesen mit seinem Doppelpack ins Viertelfinale. Foto: Rungroj Yongrit, DPA

Mit einer Weltklasse-Show hat Cristiano Ronaldo die "fliegenden Holländer" erstmals seit 32 Jahren bereits nach der EM-Vorrunde auf die Heimreise geschickt und Portugal beim 2:1 (1:1) souverän ins Viertelfinale geführt.

"Ich bin sehr glücklich. Heute hat ja auch mein Sohn Geburtstag. Ihm widme ich meine beiden Tore", sagte Ronaldo.. Der Superstar von Real Madrid krönte seine überragende Vorstellung gegen die Niederlande mit einem Doppelpack in der 28. und 74. Minute und besiegelte damit im Alleingang das peinliche Aus des punktlosen Vize-Weltmeisters. "Wir haben uns das Weiterkommen redlich verdient - wegen der Qualität, wegen der Arbeit der Spieler und weil wir immer daran geglaubt haben. Jetzt wollen wir ins Halbfinale", sagte Portugals Coach Paulo Bento.

Die frühe Führung der Niederländer durch Rafael van der Vaart (11.) vor 37 445 Fans in Charkow war für das beschworene Oranje-Wunder zu wenig. "Bei dieser Europameisterschaft waren wir einfach nicht gut genug für die nächste Runde. Wir haben dreimal verloren, da hat man das Weiterkommen auch nicht verdient. Dafür hätten wir besser spielen müssen", sagte van der Vaart.

Nach dem EM-Debakel dürfte der Stuhl von Bondscoach Bert van Marwijk trotz seines bis 2016 verlängerten Vertrages gehörig wackeln. "Ich übernehme die Verantwortung. Wir hatten insgesamt nicht die Form, unsere Chancen zu nutzen und haben zu einfache Gegentore kassiert. Wir haben zu viele Fehler gemacht. Nicht nur die Spieler - ich auch", räumte van Marwijk kleinlaut ein und fügte vielsagend hinzu: "Fragen Sie mich jetzt nicht nach meiner Zukunft."

Dabei hatte sich der frühere BVB-Trainer nach den Pleiten gegen Dänemark und Deutschland geläutert gezeigt und mit der Hereinnahme von Bundesliga-Torschützenkönig Klaas-Jan Huntelaar sowie van der Vaart voll auf Offensive gesetzt. Zudem dürfte Ron Vlaar in der Innenverteidigung ran.

Die Oranjes schalteten mit dem Anpfiff auch sofort den Vorwärtsgang ein. Wesley Sneijder vergab in der 4. Minute die erste gute Möglichkeit, wenig später keimte dann Hoffnung auf. Van der Vaart nahm aus 20 Metern Maß und ließ Portugals Torwart Rui Patricio mit einem Linksschuss ins Eck keine Chance.

Die frühe Führung beflügelte die Holländer in ihrem Sturmlauf jedoch nicht wie erwartet. Im Gegenteil: Die Portugiesen übernahmen nun die Kontrolle und deckten die defensiven Mängel des Gegners schonungslos auf.

Vor allem Ronaldo bewies nach zwei dürftigen Auftritten seine Extraklasse. In der 16. Minute traf der Exzentriker nur den Außenpfosten, in der 23. Minute scheiterte er mit einem Kopfball an Holland-Keeper Maarten Stekelenburg, in der 28. Minute schob Ronaldo nach toller Vorarbeit von João Pereira eiskalt zum Ausgleich ein. Den hätte zuvor auch schon Helder Postiga besorgen können, doch der nach einem Fehlpass von Gregory van der Wiel frei durchlaufende Angreifer schoss am Tor vorbei.

Anders als die Niederländer blieben die Portugiesen nach ihrem Tor dran. Ronaldo war auf der linken Seite überhaupt nicht zu stellen und machte das Treiben praktisch im Alleingang verrückt. Zunächst scheiterte der 27-Jährige mit einem Hammer-Schuss aus fast 40 Metern an Stekelenburg, dann verfehlte er mit einem Kopfball knapp das Ziel. "Er hat heute den Unterschied gemacht", lobte selbst van Marwijk.

Auch nach dem Wechsel drehte sich alles um Ronaldo, der die geballte Holland-Offensive in den Schatten stellte. Zunächst legte Portugals Kapitän glänzend für Nani (72.) auf, doch der Profi von Manchester United scheiterte aus fünf Metern an Stekelenburg. Zwei Minuten später behielt Ronaldo im Strafraum die Übersicht und ließ sich nach seinem zweiten Tor zurecht als Matchwinner feiern. Einen dritten Treffer verhinderte in der Nachspielzeit der Pfosten, der kurz zuvor auch Hollands van der Vaart im Weg stand.

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