Hecken glückliche Zwölfte - Kim aus Korea vorn
29.04.11
Foto: DPA
Ihr bestes Kurzprogramm hingezaubert, aber noch einen weiten Weg vor sich: Die dreimalige deutsche Eiskunstlauf- Meisterin Sarah Hecken liegt nach einem makellosen Kurzprogramm bei der Weltmeisterschaft in Moskau auf dem zwölften Platz.
Die 17 Jahre alte Mannheimerin erhielt für ihre temporeiche Kurzkür zu Tangoklängen 52,73 Punkte - eine Saisonbestleistung. Mit einem Platz in den Top Ten würde sie der Deutschen Eislauf-Union (DEU) zwei Startplätze für die WM 2012 in Nizza garantieren. Zwei Plätze aufzuholen am Samstag in der Kür wird für die Gymnasiastin aber schwer.
Die Führung vor 8000 Zuschauern in der Megasport-Arena übernahm am Freitag die Olympiasiegerin Kim Yu-Na (65,91) aus Südkorea vor der Japanerin Ando Miki (65,85) und Ksenia Makarowa (61,62) aus Russland. Dennoch merkte man Kim an, dass sie in der russischen Hauptstadt ihren ersten Saisonwettkampf bestritt. Nach Olympia brauchte die 20- Jährige, die in ihrer Heimat wie ein Popstar verehrt wird, eine Auszeit. In ihrer einfühlsamen Kurzkür zeigte die Asiatin einige Wackler. Unerklärlich, warum das Preisgericht die anmutigere und saubere Springerin Ando dahinter platzierte.
Für dieses Topniveau reichte es bei Hecken noch nicht. Dabei klappte die 2:50-Minuten-Kurzkür mit der guten Kombination aus zwei dreifachen Toeloops, einem dreifachen Salchow und einem Doppel-Axel so gut, dass sie am Ende die Fäuste ballte. Ihr Trainer Peter Sczypa jubelte ihr an der Bande zu. "Ich hatte ein supergutes Gefühl und bin stolz, dass das letzte Kurzprogramm der Saison fehlerfrei war", sagte die Schülerin.
Bei der EM hatte sie wegen Zeitüberschreitung von zwei Zehntel- Sekunden einen Abzug bekommen und um einem Platz die Top Ten verfehlt. Für die WM wurde die Musik daher etwas schneller gemacht. "So etwas passiert mir nicht noch einmal", sagte Hecken. "Ich hatte durch die um einen Monat verschobene WM eine gute Vorbereitung und habe mir viel vorgenommen", ergänzte sie. Besonders im künstlerischen Ausdruck hat die Sportlerin aufgeholt, seit sie mit einem italienischen Choreographen zusammenarbeitet: "Früher fand ich das immer aufgesetzt, aber inzwischen kann ich die Ideen gut umsetzen."
Auch der Coach strahlte. "Sarah ist tausende von Programmen gelaufen. Sie war Grippe-krank bei der EM, aber danach ist sie immer stabiler geworden", erzählte Sczypa. Fürs nächste Jahr soll die Zielstellung Top Ten in der Welt lauten, langfristig könne er sich Hecken aber auch unter den ersten Sechs vorstellen. "Ja, sogar bei Olympia, sie entwickelt sich gut und setzt sich eigene Ziele", betonte der Pole.
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