Formel 1 | Italien-GP
1. Freies Training Monza
THEMENPAKET

Foto: dpa bildfunkDer erste Weg nach der Rückkehr an den Ort seines schlimmsten Albtraums führte Felipe Massa zu seinen Lebensrettern ins Medical Center des Hungarorings. "Ich bin zu den Menschen gegangen, die mir aus dem Auto geholfen haben. Sie haben damals das Größte für mich getan, was einem Menschen passieren kann", sagte der Ferrari-Pilot. Massas Erinnerung an den Horror-Crash von Budapest ist gelöscht, die Nachwirkungen aber spürt er bis heute. "Das hat mich das Leben viel mehr schätzen gelehrt als davor", sagte der Ferrari-Fahrer.
Auf dem Hungaroring hatte der Brasilianer vor einem Jahr bei seinem schrecklichen Unfall schwerste Kopfverletzungen erlitten. Mit der Wucht von mehr als einer Tonne war dort am 25. Juni 2009 in der Qualifikation eine abgerissene Stahlfeder des Brawn-Rennwagens seines Landsmanns Rubens Barrichello gegen seinen Kopf geknallt. Massa erlitt einen Schädelbasisbruch und einen tiefen Schnitt über dem linken Auge, war auf der Stelle bewusstlos und raste in einen Reifenstapel. Sein Leben hing kurzzeitig am seidenen Faden, zwischenzeitlich lag er im künstlichen Koma.
"Ich bin jetzt zehnmal dankbarer für die einfachen Dinge des Lebens. Das hat mein Leben und meine Gesundheit in ein neues Licht gerückt, ich nehme nichts mehr als selbstverständlich hin", sagte Massa vor dem letzten Rennen vor der Sommerpause am Sonntag (14.00 Uhr live bei sport.de und RTL). Monatelang hatte er nach dem Unglück verbissen um sein Comeback gekämpft.
Die offensichtliche Stallorder von Hockenheim zeigte dem 29-Jährigen, dass er für die restlichen 8 Rennen der Saison nur noch zweite Geige hinter Fernando Alonso spielen darf. "Ich bin ein Profi, und das habe ich in diesem Fall bewiesen", beteuerte Massa nach dem Stallorder-Skandal beim Deutschland-GP, bei dem er den möglichen Sieg auf Aufforderung seines Rennstalls Teamkollege Fernando Alonso hatte überlassen müssen. Wäre alles sportlich fair abgelaufen, hätte Massa auf den Tag genau ein Jahr nach dem furchtbaren Unfall, sein Comeback mit seinem 12. Grand-Prix-Triumph krönen können.
So wird der 29-Jährige im dritten Jahr in Folge zur tragischen Figur der Formel 1. 2008 durfte er sich im Ziel von Sao Paulo 39 Sekunden lang als Weltmeister fühlen, ehe ihm Lewis Hamilton den Titel doch noch entriss. 2009 kostete ihn der verheerende Unfall in Ungarn fast das Leben. Nun ist der Brasilianer der Fahrer, der schneller war, als er sein durfte und so unfreiwillig den Teamorder-Skandal ins Rollen brachte. Richtig machen konnte es Massa in dieser Situation nicht, auch das zeigt seine Tragik. Hätte er sich geweigert, dem im Titelkampf aussichtsreicheren Fernando Alonso auf dem Hockenheimring den Sieg zu überlassen, hätte er Ärger mit dem Team riskiert.
In der Heimat muss Massa dafür harrsche Kritik einstecken. Vor allem die der Fans, die ihn in Internetforen als "Vaterlandsverräter" oder "ewiger Verlierer" beschimpfen, machen ihm zu schaffen. "Wer so etwas sagt, hat keine Ahnung", sagte er traurig: "Ich tue alles für mein Land, es ist für mich das Wichtigste in meinem Leben." Sein Landsmann Barrichello, der 2002 eine ähnliche Situation bei Ferrari erlebte, als er Michael Schumacher den Vortritt lassen musste, zeigte Mitleid. "Felipe fühlt sich genauso wie ich mich gefühlt habe", sagte er: "Er ist ein Freund, und es tut mir leid, dass er diese Erfahrung machen musste."
Massas Vater Luiz Antonio nahm seinen Sohn in Schutz: "Es war für alle klar, dass es Teamorder war. Wie jeder gute Angestellte, musste sich Felipe dieser beugen. Es gibt eine Hierarchie und er folgte ihr. Damit hat er Loyalität bewiesen." Glücklich war Massa darüber nicht – nicht nur im Hinblick auf seine eigenen WM-Chancen. Für den 29-Jährigen hat damit die nächste Prüfung für Massa begonnen. Die Rolle als Alonsos 'Wasserträger' dürfte ihm kaum behagen. "Ich fahre, um zu gewinnen", betonte Massa in Budapest. "Der Tag, an dem ich nur noch eine offizielle Nummer 2 im Team wäre, wäre der Tag, an dem ich aufhören würde zu fahren".
Großer Preis von Ungarn
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Massas schwere Rückkehr nach Budapest29.07.10

Foto: dpa bildfunk
Auf dem Hungaroring hatte der Brasilianer vor einem Jahr bei seinem schrecklichen Unfall schwerste Kopfverletzungen erlitten. Mit der Wucht von mehr als einer Tonne war dort am 25. Juni 2009 in der Qualifikation eine abgerissene Stahlfeder des Brawn-Rennwagens seines Landsmanns Rubens Barrichello gegen seinen Kopf geknallt. Massa erlitt einen Schädelbasisbruch und einen tiefen Schnitt über dem linken Auge, war auf der Stelle bewusstlos und raste in einen Reifenstapel. Sein Leben hing kurzzeitig am seidenen Faden, zwischenzeitlich lag er im künstlichen Koma.
"Ich bin jetzt zehnmal dankbarer für die einfachen Dinge des Lebens. Das hat mein Leben und meine Gesundheit in ein neues Licht gerückt, ich nehme nichts mehr als selbstverständlich hin", sagte Massa vor dem letzten Rennen vor der Sommerpause am Sonntag (14.00 Uhr live bei sport.de und RTL). Monatelang hatte er nach dem Unglück verbissen um sein Comeback gekämpft.
Massas nächste Prüfung hat begonnen
Ehefrau Raffaela, damals schwanger mit dem am 1. Dezember geborenen Felipinho, wollte ihren Mann zum Karriereende bewegen. "Ich hatte einen kleinen Streit mit ihr, denn sie wollte nicht, dass ich fahre", sagte der Vize-Weltmeister von 2008: "Aber ich habe ihr gesagt, das bespreche ich mit den Ärzten und nicht mit dir." Ferrari stand in den schweren Stunden zu ihm und hielt ihm für diese Saison den Pilotensitz frei. Doch ausgerechnet vor der Wiederkehr nach Budapest sieht sich Massa von der Scuderia zur Hilfskraft degradiert.Die offensichtliche Stallorder von Hockenheim zeigte dem 29-Jährigen, dass er für die restlichen 8 Rennen der Saison nur noch zweite Geige hinter Fernando Alonso spielen darf. "Ich bin ein Profi, und das habe ich in diesem Fall bewiesen", beteuerte Massa nach dem Stallorder-Skandal beim Deutschland-GP, bei dem er den möglichen Sieg auf Aufforderung seines Rennstalls Teamkollege Fernando Alonso hatte überlassen müssen. Wäre alles sportlich fair abgelaufen, hätte Massa auf den Tag genau ein Jahr nach dem furchtbaren Unfall, sein Comeback mit seinem 12. Grand-Prix-Triumph krönen können.
So wird der 29-Jährige im dritten Jahr in Folge zur tragischen Figur der Formel 1. 2008 durfte er sich im Ziel von Sao Paulo 39 Sekunden lang als Weltmeister fühlen, ehe ihm Lewis Hamilton den Titel doch noch entriss. 2009 kostete ihn der verheerende Unfall in Ungarn fast das Leben. Nun ist der Brasilianer der Fahrer, der schneller war, als er sein durfte und so unfreiwillig den Teamorder-Skandal ins Rollen brachte. Richtig machen konnte es Massa in dieser Situation nicht, auch das zeigt seine Tragik. Hätte er sich geweigert, dem im Titelkampf aussichtsreicheren Fernando Alonso auf dem Hockenheimring den Sieg zu überlassen, hätte er Ärger mit dem Team riskiert.
In der Heimat muss Massa dafür harrsche Kritik einstecken. Vor allem die der Fans, die ihn in Internetforen als "Vaterlandsverräter" oder "ewiger Verlierer" beschimpfen, machen ihm zu schaffen. "Wer so etwas sagt, hat keine Ahnung", sagte er traurig: "Ich tue alles für mein Land, es ist für mich das Wichtigste in meinem Leben." Sein Landsmann Barrichello, der 2002 eine ähnliche Situation bei Ferrari erlebte, als er Michael Schumacher den Vortritt lassen musste, zeigte Mitleid. "Felipe fühlt sich genauso wie ich mich gefühlt habe", sagte er: "Er ist ein Freund, und es tut mir leid, dass er diese Erfahrung machen musste."
Massas Vater Luiz Antonio nahm seinen Sohn in Schutz: "Es war für alle klar, dass es Teamorder war. Wie jeder gute Angestellte, musste sich Felipe dieser beugen. Es gibt eine Hierarchie und er folgte ihr. Damit hat er Loyalität bewiesen." Glücklich war Massa darüber nicht – nicht nur im Hinblick auf seine eigenen WM-Chancen. Für den 29-Jährigen hat damit die nächste Prüfung für Massa begonnen. Die Rolle als Alonsos 'Wasserträger' dürfte ihm kaum behagen. "Ich fahre, um zu gewinnen", betonte Massa in Budapest. "Der Tag, an dem ich nur noch eine offizielle Nummer 2 im Team wäre, wäre der Tag, an dem ich aufhören würde zu fahren".
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Die Fortsetzung der Erfolgskomödie mit Til Schweiger und Nora Tschirner.
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